Einsatz biologisch abbaubarer Hundekotbeutel

Die beste Lösung wäre keine Hundekotbeutel mehr in die Natur gelangen zu lassen. Wird das Ausmaß der Umwelteinträge betrachtet,  ist es jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass Aufmerksamkeit und die Optimierung der Mülleimerstandplätze das Problem vollständig lösen können.  Daher ist es wichtig, dass die Umwelteinträge so wenig schädlich, wie möglich zu gestalten.


Dazu bieten sich unter hiesigen Wetterbedingungen biologisch abbaubaren Hundekotbeutel an (am Markt verfügbar aus Papier und aus Biokunststoffen).


Wichtig: Auch die biologisch abbaubaren Hundekotbeutel sind nicht dazu gedacht, in die Umwelt geworfen zu werden, schon alleine weil der eingeschlossene Hundekot und die ggf. enthaltenen Würmer ja gerade aus der Umwelt herausgeholt werden soll. Wenn es jedoch dazu kommt, ist diese Lösung wesentlich umweltfreundlicher, als Beutel aus Plastik. Zudem werden Erdöl und CO2 eingespart, da die Beutel biobasiert sind.

Abbauprozess

Der biologische Abbau erfolgt im Wesentlichen durch Oxidations- und Hydrolyseprozesse. Mikroorganismen wie Bakterien, Protozoen oder Pilze bzw. Enzyme nutzen das Material der Bio Hundekotbeutel als Nahrung und Energiequelle. Nach dem Abbauprozess bleiben als Abbauprodukte lediglich Wasser, Kohlendioxid (CO2), mineralische Salze sowie Biomasse zurück. 

Schematische Darstellung des Abbauprozesses von Bio Hundekotbeuteln
Schematische Darstellung des Abbauprozesses von Bio Hundekotbeuteln

Das eingesetzte Material ist im Bereich Heimkompost seit einigen Jahren im Gebrauch. Die "Biologie"  läuft im heimischen Kompost dabei selbstverständlich etwas anders ab, als in der freien Natur. Doch selbst, wenn der biologische Abbau unter ungünstigen Bedingungen mehrere Monate dauern kann, ist es aus ökologischer Sicht dennoch wesentlich besser, als herkömmliches Plastik, welches sich nicht abbaut, sondern durch die mechanische Belastung über die Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte zu immer feinerem Mikroplastik zerstückelt wird.

Abbau in der Praxis

Das der Abbau auch in der Praxis funktioniert, haben Tests in der Hamburger Natur gezeigt, wie auf diesem Foto eines Bio Hundekotbeutels mitten im Abbauprozess in der Hamburger Natur.  Mikroorganismen haben Teile des Beutels bereits zersetzt so, dass das Material wieder in die Natur integriert wird.

Biologisch abbaubarer Hundekotbeutel der im Abbauprozess in der Hamburger Natur Bild: Arne Krämer
Biologisch abbaubarer Hundekotbeutel der im Abbauprozess in der Hamburger Natur Bild: Arne Krämer

Hintergrundwissen Biokunststoffe

Einen umfassenden Überblick zu Biokunststoffen gibt es in unserem Gastbeitrag von Reto Senn, dem Mitinhaber der "The Sustainable People GmbH". 

Zwei Berichterstattungen zu Bio Hundekotbeuteln:

Kosten

In Zeiten knapper öffentlicher Kassen, stellt jede zusätzliche Ausgabe eine Belastung für Städte und Gemeinden dar, daher sollte selbstverständlich auch der Mehraufwand betrachtet werden:

 

  • Bei einer Ausgabe von 200 Mio. Hundekotbeuteln und ca. 80 Mio. Einwohnern in Deutschland, kommen auf jeden Einwohner 2,5 Hundekotbeutel pro Jahr.
  • Herkömmliche PE Hundekotbeutel kosten die Städte etwa 0,5 Cent-1,3 Cent  pro Stück.
  • Biologisch abbaubare Hundekotbeutel kosten etwa 1,85 Cent – 2,53 Cent pro Stück
  • Werden die jeweils günstigsten Preise verglichen, kostet ein Bio Hundekotbeutel 1,35 Cent mehr pro Stück.
  • Bei 2,5 Hundekotbeuteln ergibt sich somit im Schnitt eine jährliche Mehrbelastung von 3,4 Cent pro Person (ein Drittel dessen, was eine Plastiktüte an der Supermarktkasse kostet).

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